ConsultingSystemik Die Systemik sowie systemische Beratung und die systemische Supervision bauen auf modernen Konzepten system- theoretischer Wissenschaft auf, die mittlerweile Eingang in alle Disziplinen der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften gefunden haben. Ein Erkenntnistheoretischer Ausgangspunkt der Systemik ist der Konstruktivismus, also die Annahme, das jedes Individuum seine eigene Sicht der Welt, seine eigene Realität für sich konstruiert. Kommunikation dient nun dazu, die eigene Weltsicht mit der des Mitmenschen in annähernde Deckung zu bringen, so das gemeinsames Planen und Handeln möglich wird. Individuen und Systeme denken in ihrem eigenen Kontext, ihrer eigenen Weltsicht. Wenn es gelingt, diese Weltsicht zu verändern, ändert sich auch ihr Verhalten. Ein weiterer Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, daß sich komplexe, dynamische, Zusammenhänge in Bezug auf ihr Verständnis und insbesondere auf ihre Beeinflussung einem linear logischen Ansatz verschließen. Ab einem gewissen Grad der Komplexität agieren Systeme chaotisch. Auch Unternehmen sind solche komplexen Systeme. Dem Versuch, ihr Verhalten mit linear logischen Ansätzen und Methoden zu verändern ist nur in sehr kleinen Teilbereichen guter, ansonsten sehr zufällig Erfolg beschieden. Dies ist einer der Gründe, warum Top- down Beratungen und Veränderungen oft verschwindend geringe Wirkungen haben. Die Komplexität der dynamischen Systeme bedeutet aber nicht, daß jeglicher Versuch einer Beeinflussung von vornherein aussichtslos ist. Die Systemik ermöglicht es, komplexe Phänomene, die menschliches Leben und Zusammenleben charakterisieren, komplexitätsgerecht aufzufassen und eine passende Methodik zu ihrer Behandlung zu entwickeln. Die meisten chaotischen Systeme haben einen hohen Grad an Selbstorganisation und Selbstheilungspotentialen. Für die systemische Beratung kommt es darauf an, diese Mechanismen und Potentiale zu erkennen und freizusetzen. Im Verlaufe dieses Prozesses stellt man fest, daß die angestrebten Potentiale im System (dem Unternehmen) bereits latent vorhanden waren, beispielsweise, daß kundenorientiertes Verhalten bereits beherrscht wird und nur zur Entfaltung gebracht werden mußte. Entsprechend ist das Verhältnis des Beraters zu seinem Kunden strukturiert. Der Berater tritt mit seinem System dem System des Kunden bei und versteht sich als Prozeßauslöser und –begleiter, nicht aber als Lieferant überlegener Konzepte. Entsprechend legt ein systemischer Berater wenig Wert auf das Auffinden pathologischer Zustandsbeschreibungen („Unternehmen XY ist nicht innovativ“) sondern wird sich vielmehr den aktuellen Verhaltensmustern der Unternehmensteile und dem Kontext, in dem diese agieren widmen. Dieser Ansatz zeigt sich in der Analyse der vorhandenen Probleme: Ein Mitarbeiterverhalten, das aus Sicht des Managements als problematisch, ja unvernünftig einzustufen ist, ist in einem anderen Kontext vermutlich höchst sinnvoll. Es kommt daher darauf an, diesen Sinn herauszufinden und den Kontext, unter dem das Problem auftritt, gezielt zu verändern. Dazu wird nicht linearer Kausalität, sondern zirkulärer Kausalität und Wechselwirkungs-Prozessen im System erhebliche Aufmerksamkeit geschenkt. “. Utilisation (= Ver-Wert-ung oder Nutzbarmachung) als ein weiteres Grundmuster der Beratung. Die Lösungen für das Problem werden also nicht zwingend in dem Kontextsystem des Problems selbst (Lösungen 1. Ordnung, „mehr vom Selben“) gesucht, sondern Lösungen 2. Ordnung gefunden. Schon eine geringfügige Veränderung des Kontextes vermag es einen Problemknoten nicht durch zu hauen, sondern ohne Substanzverlust auflösen. Zudem überraschen Lösungen 2. Ordnung oft durch ihre Schnelligkeit und Unkompliziertheit. Hat man den entscheidenden Druckpunkt gefunden, setzen die Selbstheilungsmechanismen des Systems ein und das Gesamtsystem bewegt sich auf einen neuen stabilen Zustand auf einem vergleichsweise höheren Niveau zu. Institutionen und Organisationen verfallen oft - ohne daß die beteiligten Menschen das wollen - in eine „Problemtrance“. Diese wird transformiert in eine „Lösungen- Trance“, die allen Beteiligten „besser bekommt“ und der Institution bzw. der Organisation und ihren Zielen mehr dienlich und nützlicher ist. Solchermaßen erreichte Verhaltensänderungen haben besondere Vorteile gegenüber den klassischen Beratungsansätzen. Systemisches Denken liegt unserem Beratungsangebot zu Grunde, wenn Sie die dort beschriebenen Vorgehensweisen mit dem Wissen aus dieser Seite lesen, werden Sie vieles wiedererkennen und einordnen können. |